Zahnfüllungen — so viel Zahn wie möglich erhalten
Jede Behandlung kostet Zahnsubstanz. Deshalb ist die wichtigste Frage nicht, welches Material wir nehmen, sondern wie wenig wir wegnehmen müssen.
Wann eine Füllung nötig wird
Karies tut lange nicht weh. Wenn sie weh tut, ist sie meist schon tief.
So läuft die Behandlung ab
- 1 Befund Sichtbefund, Zahnseide-Test und bei Bedarf ein Röntgenbild der Zwischenräume. ca. 10 Min.
- 2 Betäubung Nur wenn nötig und nur, wenn Sie es möchten. Vorher besprochen. ca. 5 Min.
- 3 Karies entfernen Weiche Substanz raus, gesunde Substanz bleibt. Trockenlegung sichert das Ergebnis. ca. 15 Min.
- 4 Aufbau Schichtweiser Aufbau mit zahnfarbenem Komposit, angepasst an Ihre Zahnfarbe. ca. 20 Min.
- 5 Kontrolle Bisskontrolle und Politur — eine zu hohe Füllung merken Sie sonst tagelang. ca. 5 Min.
Welches Material wann sinnvoll ist
Komposit (zahnfarbener Kunststoff) ist seit 2025 die Regelversorgung in allen Zähnen. Es wird in Schichten aufgebaut, haftet am Zahn und braucht wenig zusätzlichen Substanzabtrag. Für die meisten Defekte ist es die richtige Wahl.
Keramikinlay lohnt sich bei größeren Defekten, bei denen eine direkte Füllung an ihre Grenzen kommt. Es wird passgenau gefertigt und eingeklebt. Das ist eine Privatleistung mit Zuzahlung.
Teilkrone kommt in Frage, wenn Höcker bruchgefährdet sind — häufig nach einer Wurzelbehandlung oder bei sehr großen alten Füllungen.
Goldinlay ist technisch nach wie vor sehr haltbar, wird aus ästhetischen Gründen aber selten gewünscht. Wir bieten es an, wenn es fachlich passt und Sie es möchten.
Was kostet das?
Die zahnfarbene Füllung in Regelversorgung ist für gesetzlich Versicherte zuzahlungsfrei. Das gilt seit dem Amalgamverbot für Front- und Seitenzähne gleichermaßen.
Kosten entstehen nur, wenn Sie darüber hinausgehende Leistungen wünschen. Dann erhalten Sie vorab eine schriftliche Mehrkostenvereinbarung, in der genau steht, wofür Sie zahlen.
Privatversicherte rechnen nach GOZ ab; die Erstattung richtet sich nach Ihrem Tarif.
Kosten und Finanzierung im Detail →Wer Sie behandelt
Füllungen und Zahnerhalt gehören zum täglichen Handwerk aller vier Behandlerinnen und Behandler. Sie können sich Ihre Ansprechperson aussuchen — oder wir teilen ein, wer gerade Zeit hat.
Häufige Fragen
Bekomme ich seit dem Amalgamverbot eine zuzahlungsfreie Füllung?
Ja. Seit dem 1. Januar 2025 darf Amalgam in der EU nicht mehr verwendet werden. Zahnfarbene Kunststofffüllungen sind seither in allen Zähnen zuzahlungsfreie Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung — unabhängig von Alter und Zahnposition.
Warum kostet manche Füllung dann trotzdem etwas?
Die Regelversorgung ist zuzahlungsfrei. Wenn Sie eine aufwendigere Technik oder ein anderes Material wünschen — etwa ein Keramikinlay oder eine mehrschichtige Aufbautechnik über die Regelversorgung hinaus — wird das über eine Mehrkostenvereinbarung abgerechnet. Diese unterschreiben Sie vorher, nie danach.
Wie lange hält eine Kunststofffüllung?
Das hängt stark von Größe, Lage und Mundhygiene ab. Kleine Füllungen halten oft viele Jahre, sehr große Defekte sind mit einem Inlay oder einer Teilkrone meist besser versorgt. Eine seriöse Haltbarkeitszusage kann Ihnen niemand geben.
Muss die Behandlung betäubt werden?
Nicht immer. Sehr oberflächliche Karies lässt sich häufig ohne Spritze behandeln. Sie entscheiden — wir fragen vorher und arbeiten mit einem vereinbarten Handzeichen zum Anhalten.
Ich habe noch alte Amalgamfüllungen. Müssen die raus?
Nicht automatisch. Eine intakte, dichte Amalgamfüllung muss nach fachlichem Stand nicht vorsorglich entfernt werden. Wenn sie undicht ist, gebrochen ist oder Sie sie aus eigenen Gründen ersetzen möchten, tauschen wir sie unter Schutzmaßnahmen aus.
Was ist der Unterschied zwischen Füllung, Inlay und Teilkrone?
Eine Füllung wird direkt im Mund aufgebaut. Ein Inlay wird im Labor oder digital gefertigt und eingeklebt — das lohnt sich bei größeren Defekten. Eine Teilkrone überdeckt zusätzlich Höcker, wenn der Zahn bruchgefährdet ist.
Kann Karies auch ohne Bohren behandelt werden?
Frühe Entkalkungen ohne Loch lassen sich unter Umständen durch Fluoridierung und veränderte Mundhygiene stoppen. Sobald die Oberfläche eingebrochen ist, hilft nur noch das Entfernen der weichen Substanz.
Etwas hakt oder tut weh?
Rufen Sie an — wir halten täglich Termine für kurzfristige Fälle frei. Ein kleiner Defekt ist deutlich einfacher zu behandeln als ein großer.