Zahnersatz, der passt und hält
Kronen, Brücken und Prothesen sind keine Kunstwerke, sondern Gebrauchsgegenstände. Sie müssen jahrelang funktionieren, sich reinigen lassen und dürfen nicht drücken.
Wann Zahnersatz nötig wird
Nicht jede Lücke muss geschlossen werden. Aber die meisten sollten es — sonst wandern Nachbarzähne.
So läuft die Behandlung ab
- 1 Befund Untersuchung, Röntgen, gegebenenfalls Modelle. Grundlage für alles Weitere. ca. 45 Min.
- 2 Heil- und Kostenplan Sie erhalten schriftlich, was gemacht wird und was es kostet. Danach zur Kasse. 1–3 Wochen
- 3 Vorbehandlung Karies, Wurzelbehandlung oder Zahnfleischtherapie zuerst — sonst hält der Ersatz nicht. nach Befund
- 4 Abformung Digital mit dem Scanner oder klassisch, je nach Arbeit. ca. 60 Min.
- 5 Eingliederung Anprobe, Bisskontrolle, Nachkontrolle nach einigen Tagen. 1–2 Termine
Welche Lösung wann passt
Krone — wenn zu wenig eigene Zahnsubstanz für eine Füllung übrig ist, der Zahn aber noch tragfähig ist. Häufig nach Wurzelbehandlungen oder bei großen alten Füllungen.
Brücke — schließt eine Lücke, indem sie sich auf die Nachbarzähne stützt. Sinnvoll, wenn diese ohnehin überkront werden müssen.
Teilprothese — bei größeren Lücken. Teleskop- und Geschiebeprothesen sind aufwendiger, sitzen aber deutlich stabiler als eine einfache Klammerprothese.
Totalprothese — wenn keine eigenen Zähne mehr vorhanden sind. Mit zwei Implantaten als Halt gewinnt sie erheblich an Sicherheit.
Was kostet das?
Die gesetzliche Kasse zahlt einen befundbezogenen Festzuschuss. 2026 sind das 60 Prozent der Regelversorgungskosten, mit fünf Jahren Bonusheft 70 Prozent, mit zehn Jahren 75 Prozent. Ab dem 1. Januar 2027 sinken diese Sätze auf 50, 60 und 65 Prozent.
Der Zuschuss bleibt gleich, egal welche Versorgung Sie wählen. Wenn Sie über die Regelversorgung hinausgehen möchten, zahlen Sie nur die Differenz.
Bei geringem Einkommen greift die Härtefallregelung mit vollständiger Übernahme der Regelversorgung — diese bleibt auch nach 2027 unverändert erhalten.
Kosten und Finanzierung im Detail →Ihr Behandler für diesen Bereich
Roland Madesta Zahnarzt · Gutachter für Prothetik und Parodontose · Curriculum Prothetik der DGProHäufige Fragen
Was ist der Festzuschuss?
Die gesetzliche Kasse zahlt einen Betrag, der sich nach dem Befund richtet — nicht nach der Versorgung, die Sie wählen. Wer eine hochwertigere Lösung möchte, zahlt die Differenz selbst, behält aber den vollen Zuschuss.
Warum sinkt der Zuschuss 2027?
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026 beschlossen haben, sinkt der Grundzuschuss zum 1. Januar 2027 von 60 auf 50 Prozent. Mit fünf Jahren Bonusheft von 70 auf 60 Prozent, mit zehn Jahren von 75 auf 65 Prozent. Die Härtefallregelung mit vollständiger Kostenübernahme bleibt erhalten.
Wie sichere ich mir noch den höheren Zuschuss?
Entscheidend ist das Bewilligungsdatum des Heil- und Kostenplans, nicht der Behandlungstermin. Wird der Zuschuss bis zum 31. Dezember 2026 bewilligt, gelten für diesen Behandlungsfall weiterhin die höheren Sätze — auch wenn behandelt wird, wenn die Arbeit erst 2027 eingegliedert wird.
Was bringt das Bonusheft?
Wer fünf Jahre lückenlos jährliche Kontrolluntersuchungen nachweist, erhält einen höheren Zuschuss, nach zehn Jahren noch einmal mehr. Der Nachweis ist der Stempel im Bonusheft. Ein einziges vergessenes Jahr setzt die Zählung zurück.
Krone oder Implantat — was ist besser?
Das hängt vom Befund ab. Wenn der eigene Zahn noch tragfähig ist, ist eine Krone meist die einfachere und günstigere Lösung. Fehlt der Zahn ganz, stehen Brücke und Implantat zur Wahl.
Wie lange dauert die Anfertigung?
Zwischen Abformung und Eingliederung liegen üblicherweise ein bis zwei Wochen. In der Zwischenzeit tragen Sie ein Provisorium.
Was ist die Härtefallregelung?
Bei geringem Einkommen übernimmt die Kasse die Regelversorgung vollständig. Die Einkommensgrenzen werden jährlich angepasst; wir prüfen mit Ihnen, ob Sie darunterfallen.
Heil- und Kostenplan noch 2026 sichern
Wenn Sie Zahnersatz planen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Befund. Bewilligt bis Jahresende bedeutet die höheren Festzuschüsse — auch bei Behandlung in 2027.